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Indianerpfad
Ethnomedizin -


Inipi
Wakan Tunka Tipi
Die Hütte der Heiligen Steine
(Wo die Großväter wohnen)
Die heiligen
Kreise der Schöpfung...
Das alte Testament informiert über die Schöpfung in der Genesis von den 7 Tagen,
in denen Gott die Welt schuf -
Und das war sie, die Schöpfung. Verpasst? Macht nichts...
Während streng
gläubige Juden durchsetzten, dass der Film Jurassic Park in Israel nicht gezeigt
wurde, (denn die Erde war ja noch nicht so alt, dass es Dinosaurier gegeben haben
könnte), und in den USA unter Bush II fundamentale Christen den Geschichtsunterricht
veränderten, (her mit der Schöpfungsgeschichte nach der Bibel, weg mit Darwin und
all der Wissenschaft), feiern (nicht nur) die Sioux immer noch in der Schwitzhütte
die Schöpfung. Immer noch, denn die Schöpfung endet nie.
Die meisten naturverbundenen
Kulturen betrachten die Schöpfung nicht als einen irgendwann abgeschlossenen Prozess,
sondern als eine stetig wirkende Kraft.
Alles ist ein Teil der Schöpfung, ein Teil
des Prozesses -
Schöpferische Kräfte sind
starke Kräfte. Orte, an denen man diese erleben kann: Auf jeder Blumenwiese z.B.
früh morgens, wenn die Blüten sich öffnen, in jedem Kinderlachen, bei Sonnenaufgang,
in der Sexualität, bei der Geburt, in der Schwitzhütte...
Der heilige Schwitzhüttenkreis
erzählt uns sehr viel über die Schöpfung.
Spirituell geschautes Wissen, große Visionen
der Ahnen, Berufungen und mythische Figuren trugen zum Werden des Inipi bei.
In den
16 Stäben des Inipi finden sich die ersten 16 Schritte der Schöpfung wieder. Und
die Geschichte der Schöpfung -
Schöpfungsmythe und Inipi
Am Anfang gab es nur Wakan Tanka.
Übersetzt: Das große, heilige Geheimnis, in etwa:
Göttliche, schöpferische Kraft, Gott, Allah...
Der Ursprung aller Dinge ist so geheimnisvoll,
so göttlich, dass sich eine Personifizierung, (wie z.B. alter Mann mit weißem Bart
auf der Wolke...), verbietet. Man interpretiert nicht, vermenschelt nicht, sondern
lässt Gott einfach Gott sein.
Die schöpferische Kraft, die hinter dem Entstehen der
Universen steht, wird von den Wissenschaftlern Urknall genannt: Big Bang. Und auch
heute noch stellt sich dies als großes Geheimnis dar.
Mit Wakan Tanka beginnt der
Kreis der Schöpfung.
Die 16 Stäbe der Schwitzhütte
(Eine persönliche Wahrnehmung, unvollständig, stets
lernend...)
Der erste Stab.
Am Anfang schuf Wakan Tanka Wi, Vater Sonne.
Die Sonne ist die initiatorische
Kraft, die alles Wachstum, nicht nur das pflanzliche, beginnen läßt.
Sie ist männlich,
wie auch im Französischen und anderen Sprachen.
Wi steht also für die Männlichkeit,
die männliche Energie, auch die zeugenden Kräfte.
In der Schwitzhüttenzeremonie finden
wir den Platz der Sonne in der Feuerstelle, in der sie mit Inian, dem Fels, dem Inipi
dient.
Wi ist auch der erste Stab der Schwitzhütte selbst.
Beide Plätze stehen so
miteinander in Verbindung.
Wissenschaftlich: Am Anfang unseres Sonnensystems gab es
nur die Sonne. Die einzigen (sehr leichten) Elemente waren Wasserstoff und Helium.
Alle anderen schwereren Elemente erbrütete die Sonne, so auch Eisen, Nickel, Kupfer,
Kohlenstoffe, usw, aus denen wir Menschen bestehen. Auch Sie selbst, die gerade diese
Zeilen lesen, sind quasi ein Kind der Sonne und tragen in sich viele Elemente, die
einst die Sonne erbrütete: Vater Sonne.
Der zweite Stab.
Aus Wi entstand Skan, die
Bewegung.
Alles ist in Bewegung. Ohne diese Kraft ist nichts denkbar.
Durch das Entstehen
von Skan kommt Bewegung in den Schöpfungsprozess. Wi kann nun Licht aussenden und
aus seiner riesigen Masse die Planeten schaffen, die sich bald kreisförmig um das
Zentralgestirn drehen.
Ein Mangel der elementaren Kraft von Skan bewirkt Krankheit.
Ein Stillstand in einer Beziehung führt oft zum Ende, ein Mangel an körperlicher
Bewegung zur Belastung der Gesundheit, eine sich nicht entwickelnde Liebe und Sexualität
zur unglücklichen Partnerschaft. Einem Mangel an Bewegung in der Wirtschaft folgt
das Firmensterben; ('ein Unternehmer heißt Unternehmer weil er etwas unternimmt').
Und wenn Skan im Staatshandeln fehlt, nennen wir dies Reformstau...
Wissenschaftlich:
Es ist unbestritten, dass nichts unbewegt ist.
Man frage einen Kernphysiker und möge
hoffen, er könne Quantenphysik gut erklären.
Der dritte Stab.
Maka, Mutter Erde entsteht.
Maka
wird Mutter genannt, weil sie nährt.
Unser Körper besteht aus den verstoffwechselten
Gaben der Erde, seien es Pflanzen oder tierische Nahrung. Wie die eigene Mutter auch
sorgt sie sich um uns, gibt uns Raum zum Leben, Wurzeln und den Boden für alles Wachstum.
Maka
ist empfangend und erfährt durch Wi immer wieder Befruchtungen (z.B. im Sinne der
Jahreszeiten), sodass es immer wieder zu Geburten bei allem Lebendigen kommt.
Maka
steht für die weibliche Kraft.
Die Schwitzhütte wird ebenso als Maka betrachtet. Sie
ist wie eine Gebärmutter von Mutter Erde.
Wissenschaftlich: Reihenfolge in der Entstehungsgeschichte
unseres Sonnensystems unbestritten.
Der vierte Stab.
Inian, der Fels, der Stein, der
Großvater wird erschaffen.
Inian ist somit das Älteste fester Natur, das es gibt.
Im Sinne der Schöpfung ist Inian ebenso ein 'Ältester', ein Lehrer, voller Weisheit,
denn er hat schon alles erlebt: Ein Großvater. Steine sind die unterschätztesten
Wesen auf der Erde.
Inian ist der Wandler. Er wandelt die rotglühende, noch flüssige
junge Erde in festen Boden, das Wasser der Aufgüsse in der Schwitzhüttenzeremonie
in seinen dampfigen Atem, und unterstützt die wandlungsbereiten Menschen im Inipi
kraftvoll.
Bei beinahe allen Ritualen spielt Inian eine große Rolle...
Wissenschaftlich:
Die erste feste Materie, die auf der noch jungen, flüssigen Erde entsteht, ist in
der Abkühlungsphase 'unseres' Planeten die harte Kruste kälter werdender Magma und
Lava: Stein, Fels: Inian.
Der fünfte Stab.
Hanwi, der Mond entsteht.
Der Mond ist weiblich:
Untschi -
Als fünftes Wesen der
Schöpfungsmythe verkörpert sie die Tiefe des Herzens und seine Farben. Sie begleitet
alle Menschen, auch die Schwellensituationen im Leben, wie Geburt, Pubertät und Klimakterium.
Sie steuert Ebbe und Flut, Fortpflanzung und Fruchtbarkeitszyklen.
Hanwi ist die Begleiterin
der Wölfe, die Sonne der Nacht und verschwiegene Hüterin von Romantik, Hoffnung und
Liebe.
Hanwi, wörtlich 'Nachtsonne', steht für die Zyklen, die Gefühle, das Herz.
Großmutter Mond wirkt stark auf alles Leben auf der Erde.
Der weibliche Zyklus geht mit dem Mond. (Siouxfrauen 'sind in ihrem Mond', wenn sie ihre Menstruation haben). Pflanzliche und tierische Fruchtbarkeit richten sich nach dem Mond, ebenso Ebbe und Flut.
Die teilweise so beliebten Mondkalender beschäftigen sich mit den Qualitäten der
Mondzeiten.
Hanwi unterstützt bei allen Schwellensituationen im Leben, wie z.B. der
Pubertät, dem Erwachsenwerden, dem Klimakterium, usw.
Wissenschaftlich: Der Mond entstand
nicht gleichzeitig mit der Erde, sondern erst später durch einen Einschlag eines
Asteroiden. Ein großer Teil der Erdmasse driftete ins All, wurde durch die Schwerkraft
der Erde eingefangen und kreist seitdem als Mond um uns. Durch den Impact wurde die
Erdachse ein Stück verschoben: Seither gibt es die Jahreszeiten. (Zyklen!)
Beim Bau
der Schwitzhütte wird in ihrer Mitte ein kreisrundes Loch geschaffen, in das später
die glühenden Steine gegeben werden.
Die ausgehobene Erde wird zum Bau des Mondhügels verwendet, einem Altarplatz zwischen
Schwitzhütte und Feuerstelle. Aussage: Der Mond war ein Teil der Erde. Diese spirituell
gewonnene Erkenntnis wurde nach über 2.000 Jahren von den Apolloastronauten bestätigt.
Das hätte man wohl etwas preiswerter erfahren können...
Der sechste Stab.
Tate, die
Winde werden erschaffen.
Tate sind die Winde, die bewegte Luft. Es ist der Frühlingswind,
der alle Samen trägt und zur Fruchtbarkeit der grünen Welt beiträgt. Es ist der Herbststurm,
der die alten Dinge fortbläst und der warme Sommerwind.
Tate transportiert den Schall,
die Wörter und Lieder.
Wissenschaftlich: Unbestritten ist der Einfluss des Mondes
auf die globalen Windsysteme groß. Die Eigenrotation der Erde und die Anziehungkräfte
des Mondes wirken auf die Wassermassen der Erde, sodass Strömungen entstehen. Durch
unterschiedliche Wassertemperaturen der Meeresströme kommt es zu Tief-
Unsere Nahrung hängt von Tate
ab: Die meisten Hauptnahrungspflanzen (Reis, Getreide, Mais, Hirse, usw) werden (getragen)
durch den Wind bestäubt.
Der siebte Stab.
Whopee, die Harmonie stellt sich ein.
Whopee
ist die Kraft der Balance, die Bewegung in der Ordnung aller Existenz. Whopee schwingt
weit, kennt alle Polaritäten und verbindet diese im Bemühen um Harmonie. In anderen
Kulturen wird Whopee z.B. Yin und Yang genannt.
Wissenschaftlich finden wir Whopee
in allen physikalischen Gesetzen. In der Mathematik ist es das '=' in allen Formeln,
eine normative ausgleichende Konstante. Auch in der Wetterkunde ist diese Kraft bekannt,
die sich um Ausgleich bemühend auf die Atmosphäre wirkt.
(Es gibt auch Inipis, bei
denen Unk an 7. Stelle steht. Es ist ebenso richtig. Letztendlich ist Unk auch ein
Teil von Whopee).
Der 8te Stab.
Wakinyan, der Donnervogel, die Geflügelten.
Wakinyan steht für Blitz
und Donner, für Unwetter, Zerstörung und elektrische Energie(!).
Der Donnervogel bringt
Unordnung in die tote Ordnung, gewaltiges Skan in alte Strukturen und Muster, ist
das Sterben und das Werden und die Vielseitigkeit.
In Wakinyan finden die Heyoka
ihre Verbündeten.
Wissenschaftlich sehe ich Wakinyan als eine Kraft, die in wachsender
Instabilität bis zum Punkt des absoluten Chaos reift, um dann in einer unberechenbaren
Situation quasi zu explodieren. (In dieser Thematik forscht die Quantenphysik, u.a
im Cern).
Dies wird greifbar, wenn man an die zunehmende Schwüle vor einem Gewitter
denkt, an die Vorgänge im Inneren einer Atombombe, bevor sie explodiert, oder auch
an eine eskalierende Stimmung in Beziehungen, aus der ein heftiger Streit ausbricht.
Das
‚reinigende Gewitter’ bringt alles wieder in Whopee. Meist mit einem Knall.
Der neunte
Stab.
Tatanka, der Büffel, das Bison.
Es wird nicht wundern, dass der Büffel als
erstes Lebewesen auftaucht.
Haben doch die Indianer vom Büffel alle Teile verwendet.
Für Tipihäute, Schwitzhütte, Kleidung, Werkzeuge und natürlich als wichtigste Nahrungsquelle.
Der
Büffel ist die lebende Verbindung von der nährenden und erdenden Maka, Mutter Erde,
und den Wesen, die auf ihr Leben.
Tatanka Oyate, das Büffelvolk: Das sind die Sioux.
Mit
Tatanka verbunden ist auch die weisse Büffelkalbfrau, die die heilige Pfeife Tschanunpa,
die Rituale und die Medizin brachte.
Wissenschaftlich:
Dieser Schöpfungsschritt beschreibt
das Entstehen der Lebensformen auf der Erde.
Der zehnte Stab.
Hanunpa, der Bär. Auch
Mato oder Tobtob.
Die Genesis der Lebensformen geht weiter mit dem Bären.
Der Bär ist
der Meister der Stimmigkeit -
Und zugleich
ist Hanunpa der erste Heiler. Mit dem Bären und seiner Medizin kommt also Heilung
auf die Welt.
(Mehr über Bärenmedizin unter Medizinmenschen: Peyuta Wicasa).
Hanunpa
verkörpert auch ein Menschenrecht. Das Recht auf Heilung.
Wissenschaftlich:
Forschungen
von Wildbiologen: Sie konnten beobachten, dass ein Braunbär, der von Darmparasiten
befallen war, bestimmte Pflanzen suchte, ihre Wurzeln ausgrub und diese zu sich nahm.
Am nächsten Tag schied er seinen gesamten Darminhalt -
Der elfte Stab.
Wani, die Himmelsrichtungen.
Mit
dem Entstehen der Himmelrichtungen kommt grenzenlose Weite und die Mitte in alle
Existenz.
Interessanterweise sagen wir ‚Himmelsrichtung’, obwohl wir ja nun Landbewohner
sind. Eigentlich sollte es dann ja ‚Erdrichtung’ heißen. Aber es ist der Himmel,
der uns die Weite und den Raum gibt.
Dies gilt nicht allein geometrisch, sondern auch
für alle Freiheiten.
Wani definiert den Punkt in der Mitte des Seins in einem grenzenlosen
Raum.
Wissenschaftlich.
Es ist erst der Raum, der die Möglichkeit der Existenz schafft.
Egal ob es ein Mensch ist, Schall, oder ein Lichtstrahl.
Unterhalb der Ebene des Raumes
gibt es nur die Fläche, den Punkt.
Innerhalb eines jeden Raumes wirkt:
Der zwölfte
Stab.
Yumni Wi, die Spirale.
Zahlreiche Höhlenmalereien auf der ganzen Welt geben
die Symbolik der Spirale wieder.
Yumni Wi ist die Kraft des Kreises und der kreisförmigen
Bewegung im Raum. Es ist eine Kraft, die sich in den aufeinander folgenden Kreisen
der Jahreszeiten wiederspiegelt, der menschlichen Lebensphasen vom Säugling zum Greis,
das Leben, die Leben. So gehen wir mit den Kreisen des Jahres in einer Spirale.
(Und
nicht wie in einer Geraden von Geburt zu Tod, wie wir es verstehen).
Yumni Wi ist
die Energie, die Galaxien bewegt, Sonnensysteme, Hoch-
Wissenschaftlich:
Diese Kraft ist den verschiedensten wissenschaftlichen Richtungen bekannt. Es finden
sich aber immer fachspezifische Erklärungen (astronomisch, physikalisch, medizinisch...),
sodass sich niemand (?) über die allgemeinen Qualitäten von Yumni Wi Gedanken macht.
Eine Forschung, die diese Kraft z. B. auch in Denkmodellen und Theorien betrachten
würde, könnte neue Zugänge zur Lösung mathematischer wie physikalischer (und anderer)
Fragen entwickeln. Unsere Wissenschaft läuft zumeist immer noch zweidimensional,
wie eine Linie mit einer Gleichung. Wani gibt uns den Raum. Yumniwi ist die Kraft
darin. Wenn unser Denken diesen Raum nutzt, gehen wir mit unseren kognitiven Fähigkeiten
in die nächste Dimension.
Der dreizehnte Stab.
Niya, lebendiger Geist, Lebensatem.
Mit
Niya kommt das Leben und die Kraft auf die Welt, die uns leben läßt. Es ist der Lebenshauch,
Lebensatem, Chi, Prana... und wie auch immer diese Energie von den Menschen genannt
wird.
Niya kommt mit dem ersten Atemzug eines Neugeborenen und geht mit dem letzten
Atem eines Sterbenden.
Wissenschaftlich:
Nicht wirklich zu greifen. Man kann eine
Blume in seine Einzelteile zerlegen, Niya wird nicht unter dem Mikroskop zu finden
sein. Setzt man sie perfekt wieder zusammen, fehlt etwas: Das Leben. Die Pflanze
ist tot. Niya ist gegangen. Die großen Fragen der Medizin nach den inneren Kräften
der Heilung, den Prozessen des Sterbens und dem Tod sind ohne einen Blick auf Niya
nicht zu beantworten.
Man kann das Leben nicht verstehen, wenn man es auf den Körper,
seine Stoffwechselvorgänge und Körperfunktionen reduziert.
Der vierzehnte Stab.
Nagi,
Spirit, Geist (etwa im Sinne von Phantom), Ahnen.
Der Kreis des Lebens beginnt sich
zu drehen. Ahnenreihen entstehen durch die, die vor uns gingen.
Es ist ebenso die
Präsenz der Anderswelten mit diesem Begriff verbunden, die Krafttiere und Spirits.
Wissenschaftlich:
In
der Genetik finden wir Aussagen zur Vererbungslehre.
In der Psychologie wird die Vererbbarkeit
von Erkrankungen des Geistes erforscht. Hier geht es nicht nur um genetische Faktoren,
sondern auch um familiäre Situationen, die sich oft schon seit Generationen wiederholen.
(Erkenntnisse auch aus der familienstellerischen Arbeit nach Hellinger). Aus einem
kindlichen Umfeld mit persönlichkeitsgestörten Menschen entsteht eine ‚krankhafte
Programmierung’ des Verstandes. Daraus entwickeln sich dann Psychosen, Phobien, Schizophrenie
und andere Krankheiten. Die erwachsene Generation gibt dieses Erbe an die nächste
weiter.
Der fünfzehnte Stab.
Sicun. Bewusstsein, Verstand, Verbindung.
Mit Sicun kommt
der Geist des Verstandes auf die Welt, das Denken und das Erleben des Bewusstseins.
Im
eigentlichen Sinne ist die Aussage von Sicun: ‚Mitakuye Oyasin’ -
Ein Visionssucher dichtete einst:
Mitakuye Oyasin.
Ich bin allem verbunden, bin in Allem zuhaus.
Ich bin nur eine Faser
im Gewebe des Lebens.
Ich bin mit Allem verbunden, bin in Allem zuhaus.
Das Gewebe, das ist Sicun. Es ist die Verbindung, das Eine. So ist auch keine Form
von Bewusstsein isoliert. Die Faser kann ohne das Gewebe nicht existieren.
Sicun
ist die geistige Anbindung an die Welt. Wir leben dies im Bewusstsein, im Verstand,
Über-
Wissenschaftlich:
Auch wenn unsere Wissenschaften überwiegend
auf geistigen Leistungen beruhen, sind eben diese für sie immer noch weitgehend rätselhaft.
Man kann sich nicht erklären, warum ein Hund das Heulen beginnt, wenn 100 km entfernt
sein Herrchen im Sterben liegt. Man rätselt, warum manchmal Menschen wissen, dass
ein vermisster geliebter Angehöriger tot ist -
Der sechzehnte Stab
Nagila. Seele,
Essenz, Kern.
Nagila ist die Seele, das feinstoffliche Unsterbliche, der Kern, die
Basis des Seins.
Es ist das göttliche schöpferische Prinzip im Leben, die seelische
Existenz und die innerste Mitte, der Kreis im Kreis.
Ohne Nagila wäre nichts beseelt.
Wissenschaftlich:
Blödsinn. Einen Kern kennt man nur in Steinobst oder Atomen.
Die Seele ist wissenschaftlich
nicht nachweisbar, also nicht existent.
Sie spielt in der Heilung keine schulmedizinische
Rolle.
Philosophen und Theologen sind da anderer Meinung.
Die Menschheit auch.
Seit
Jahrtausenden lebt der Mensch im Bewusstsein (Sicun!) des Vorhandenseins einer Seele.
Wir
finden dieses Menschheitswissen in unzähligen Weltanschauungen, Religionen und Kulturen,
bei Meistern und Gelehrten. Man sollte in puncto Seele vielleicht eher dem Dalai
Lama zuhören, als kopfigen Wissenschaftlern.
Das Inipi ist immer wieder ein Wunder.
Schöpfungsmythen kennt jede Kultur.
Es gibt allerdings viele Menschen, die sich in
den religiös-
Es fehlt mir die Erfahrung, das Erdige, das Lebbare.
Damit soll nicht Gläubigkeit
an sich infrage gestellt oder beschmutzt werden. Es geht aber auch darum, wie die
Spiritualität der Menschen für Macht des Vatikans oder anderer religiöser Machthaber
ausgenutzt wurden und werden. Man betrachte Mißbrauchsfälle, Hexenverbrennungen,
kirchliche Segnungen von SS-
Schöpfung, Leben und Sein können intensiv in einem Inipi er-
Dies Erleben lässt ein Erkennen reifen,
Wahr-
Das eigene Empfinden ist der innere
Raum, in dem die eigenen Anworten zu finden sind.
Und nicht die irgendwelcher Funktionsträger,
die in irgendeinem Auftrag missionieren...
Schöpfung ist immer...
Die Genesis endete nicht nach 7 Tagen.
Sie wirkt ständig neu. Sonst wären (auch) Sie
nicht auf der Welt.
Das Inipi lädt uns ein, in diese Energien einzutauchen.
Die Zeremonie
hilft, uns selbst als Teil der Schöpfung zu verstehen,
als Faser im Gewebe allen
Lebens, als Teil aller göttlichen Existenz.
Dies ist der heilige Raum für Reinigung
und Heilung.
16 Stäbe, 16 Energien, 16 Resonanzen
Jeder der 16 Stäbe in der Schwitzhütte schwingt sehr individuell in seinen Energien
und Wirkungen auf den Menschen. Die Energiefelder der Plätze tragen Informationen
und gehen mit der ihnen eigenen Wesenhaftigkeit in Resonanz mit dem Menschen, der
sich auf diesem Platz befindet. So ist Erleben und Wirkung einer Inipi-
So ist Skan sicher
ein sehr bewegender Stab, Maka sehr weiblich und erdend, usw.
Wi
Sonne
Skan
Bewegung
Maka
Erde
Inian
Fels, Stein
Hanwi
Mond
Tate
Winde
Whopee
Harmonie
Wakinyan
Donnervogel
Tatanka
Büffel
Hanunpa
Bär
Wani
Himmels-
richtungen
Niya
Atem
Sicun
Bewusstsein
Nagila
Seele














Yumni Wi
Spirale

Nagi
Spirit



Hieraus entwickelt sich aus der Medizin der Schwitzhütte die Möglichkeit, den TeilnehmernInnen
entsprechend ihrer Lebenssituation einen Platz anzubieten, der ihrem Erkenntnis-
Damit wird das
Inipi (auch) zum selbsttherapeutischen Werkzeug.
Ich möchte betonen, dass das Inipi
-
Es entspricht im weitesten Sinne einer Kirche und das Ritual einem Gottesdienst.
Es verbietet sich also, die Schwitzhütte ‚einfach so’ als Werkzeug zu benutzen, und
dieses nach der Methode Versuch-
Respekt ist die Grundlage,
immer. Respekt vor der Heiligkeit der Schwitzhütte und Respekt vor den Menschen,
die man begleiten darf. Sie geben nicht den Rahmen für einen egonährenden Auftritt
des Leiters oder der Leiterin und der Kreis ist auch keine Bühne. Ein derartiges
Verhalten wäre mißbräuchlich und respektlos vor dem Inipi und den Menschen.
Wir sind willkommen.
Wir sind alle ein Teil des großen Kreises. Alle Menschen haben darin Platz.
So sind
wir willkommen, auch wenn wir kein Lakota sprechen.
Die Sprache des Herzens ist entscheidend.
Sie lebt über unseren Respekt vor der Schöpfung, vor dem Inipi, und vor der roten
Rasse, die uns dieses große Erbe der Menschheit durch die Zeit brachte.
Alte und neue Kreise
(Eine persönliche Bemerkung)
Es war immer eine Stärke der roten Stämme, den Kreis als Vorbild der Gemeinschaft
zu leben. Niemand wurde ausgegrenzt...
Viele Natives nehmen heute ihre Kreise als
zerbrochen wahr, und sind tief betroffen vom Leid ihrer Stämme seit vielen Generationen.
Die heiligen Kreise des Inipi und des Sonnentanzes haben mich gelehrt, dass sie immer
sind, immer wieder neu entstehen, sich stets verändern und ihre Kraft endlos ist.
Alles hat im Kreis der Schöpfung seinen Platz.
Und so betrachtet empfinde ich die
alten Kreise der nativen Stämme nicht als zerbrochen. Ich sehe sie verändert, größer.
Die
Welt der Weissen ist über sie hereingebrochen, die Schwarzen, die Hispanics, Asiaten,
Einwanderer, Technik, Wirtschaft, usw. Doch ist all’ dies auch nur ein Teil des grossen
Kreises. Und mit der zunehmenden Globalisierung wird der Kreis noch größer.
Ich möchte
nicht respektlos oder belehrend erscheinen, aber ist es nicht an der Zeit, dass alle
roten Menschen ihren Platz hierin einnehmen?
Ihr Wissen um das Menschwerden und -
Es wird dringend
benötigt auf der Welt.
Die Menschen würden Verständnis und Respekt vor der roten Rasse
und ihrer Spiritualität leben lernen. Der Platz der Natives im großen Kreis wäre
kraftvoll und bedeutsam.
Lame Deer ging damals in die Gefängnisse und gab Inipis.
Wie ist es heute?
Es könnte ein großes Angebot entstehen: Schwitzhütten, Visionssuchen,
Zusammenarbeit mit der Schulmedizin, usw, für alle Menschen...
Allein in den USA
gäbe es genug zu tun.
Es gibt die, die sich an der Reparatur vergangener Kreise abmühen,
und unter Ausgrenzung gerade weisser Menschen versuchen, Identität, Kultur und Spiritualität
in einer möglichst ursprünglichen, roten Form zu erhalten. Dies ist verständlich
und eine Angelegenheit dieser Menschen selbst. Ich habe es nicht zu bewerten.
Doch
erfüllt es mich mit Traurigkeit.
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