Ethnomedizin - Naturspiritualität



Visionquest
Die Visionssuche
Hanbletscheyapi
Und es kam der Tag,
da das Risiko,
in der Knospe zu verharren,
schmerzlicher wurde
als das Risiko zu erblühen.
Anais Nin
Menschen am Feuer
Wenn man die Menschheitsgeschichte betrachtet wird klar, dass wir den größten Teil unserer Zeit in der Natur waren und am Lagerfeuer saßen. Wer sich einmal selbst, oder auch andere Menschen am Feuer beobachtet hat weiss, was ich meine: man blickt in die Flammen, fühlt sich gut, sicher und geborgen. Man kann seine Augen kaum vom Feuer wenden.
Draussen sein, vielleicht sogar draussen schlafen, das hat eine ähnliche Wirkung auf den Menschen: Instinkte werden wach, archaisches Wissen, das Ahnengedächtnis. Etwas in uns lebt auf, das auch wir sind, aber fast nie leben...
Dabei sind wir gut ausgestattet mit Sinnen und Instinkten für ein Leben in der Natur. Manche Sinne müssen erst geweckt werden, denn sie bleiben in unserer Kultur ungenutzt. Aber sie sind sicher da, bei jedem Menschen.
Die intensive Sinneserfahrung der Natur und ein neues Erleben von sich selbst - das sind die wirksamen Kräfte, die durch die Wildnis und in uns selbst wirken, wenn wir für vier Tage und Nächte in den Bergen um eine Vision bitten.
Die indianischen Kulturen und auch die Ureinwohner Australiens hielten diese Riten für die Menschheit lebendig. Sie helfen uns Lebensphasen abzuschließen, neue zu beginnen, eine Trauerphase zu beenden, oder auch um eine Lebensaufgabe, einen Sinn oder eine Vision für sein Leben zu bitten.
In der Vorbereitungszeit schauen sich die Visionssucher ihren bisherigen Platz im Leben an und arbeiten Absicht und Ziel heraus, für das sie in die Wildnis gehen wollen.
In der Hauptphase des Rituals ziehen sich die VisionssucherInnen vier Tage und Nächte alleine und fastend in die Natur zurück. Abschliessend gehen wir an die Aufarbeitung der Erfahrungen, die man als Suchender während der Zeit in der Wildnis gemacht hat und ihrer Integration in den Alltag.


Persönliche Gründe
für eine Visionssuche
man sucht die Berufung, die Lebensaufgabe...
man steht an der Schwelle zu einer neuen Lebensphase,
man will eine Krise meistern oder beenden,
oder sein Wachstum in eine neue Richtung wenden,
eine Trennung will besiegelt sein,
man braucht Zeit zu trauern, um sich zu verabschieden,
man möchte mehr Vertrauen in sich selbst entwickeln,
man steht vor einer wichtigen Entscheidung, und weiss noch nicht, wie man wählen soll,
man möchte sich vom Elternhaus lösen,
man möchte erwachsen werden,
zur Frau werden,
zum Mann werden...
Was geschieht nun alles da draussen?
Die Natur spiegelt das Selbst: die Gefühle, das Ego, die persönliche Geschichte, die eigenen Werte, Träume und Hoffnungen. Zweifel an der Richtigkeit des eigenen Handelns kommen auf. Für die augenblickliche Situation hat mein kein erlerntes Konzept zur Verfügung. Die bisherige Identität kann in der Wildnis so nicht gelebt werden: Die alten Überzeugungen, Wahrheiten und Konstruktionen, Eingepauktes und Angelerntes werden brüchig. Aber die Seele fällt nicht in ein bodentiefes Loch: Instinkte werden wach, Empfindungen, der Mensch atmet ganzheitlich auf. Das ungewohnte Umfeld wilder Natur fordert alle Sinne, eine neue Wahrnehmungstiefe entsteht, auch für das eigene Selbst.
Es ist eine Reise, die Worte nicht beschreiben können, und ein Zustand, der nichts fordert, nichts zensiert oder einschränkt, und in dem nur das Gefühl zählt. Draußen gibt es keine Pflicht, nur Möglichkeiten.
‚Hier ist das Leben ein einziger Sturm von Gegenwart', schreibt ein Visionssucher in sein Tagebuch. Einfach da sein. Stundenlang sitzen und schauen. Gedanken und Gefühle kommen und gehen.
Abends geht der Mond auf und in den frühen Morgenstunden wieder unter. Tagsüber zieht die Sonne einen Kreis um uns, deren Mittelpunkt wir sind. Rituale helfen den VisionssucherInnen bei ihrem heiligen Weg.
In der letzten Nacht in der Natur ist es Zeit für die Wachnacht: Mit dem Wirken der Natur, dem Fasten, Alleinesein und dem Schlafmangel verdichtet sich alles, und Räume für veränderte Bewußtseinszustände entstehen.
Visionssuche
Die Orte des seelischen Wachstums
In diesem Jahr bietet sich die Gelegenheit in zwei sehr unterschiedlichen Naturräumen eine Visionssuche zu leben: In den Bergen und in der Nähe des Meeres. Die unberührte Landschaft der Berge im Grenzgebiet zwischen Bayern und Tirol hat schon vielen Visionssuchern ein Zuhause für ihre Quest geboten. Es ist schön, wild und kraftvoll.
An der Ostsee verbinden sich Meer und Land zu Räumen der Visionssuche.
Einen Himmel und den weiten Horizont bieten beide Landschaften.
Eine Visionssuche ist das Bitten um eine seelisch Antwort für Dein Sein.
Die Natur ist der Spiegel Deiner Seele.
Sie ist der Grund Deines Seins, Deines Wachstums und Deines Lebens.
Hier findest Du Stille, Anhalten und eine tiefe Wahrnehmung der Natur - auch Deiner eigenen Natur.
Mensch und Natur
Die Visionssuche
Copyright © Alle Rechte vorbehalten by: Christian Vogel, Ingolstadt
Impressum

Seminarinhalte:
Drei Tage Vorbereitung: Wanderung zum Basislager, indianisches Reinigungsritual,
Definition der Absicht, das Verlassen des gesellschaftlichen Rahmens, die Suche des
eigenen Visionsplatzes, Fastenbeginn, Schulung Rituale, Schulung Sicherheit, Umgang
mit Angst, Vorbereitung auf die nächsten Tage, persönlicher Schritt in den heiligen
Pfad der Visionssuche.
Vier Tage und Nächte in der Natur ...
Drei Tage Nachbereitung: Rückkehr, Willkommen, Zeit und Raum für sich und Gespräche,
Fastenende, Medizingespäche. Eintritt in den gesellschaftlichen Rahmen, Integrationsarbeit
des Erlebten.
Seminarinformationen:
Seminarbeginn jeweils 10 Uhr, Dauer 10 Tage, Ende letzter Tag, etwa 17 Uhr. Eigene
Anreise.
Treffpunkt und weitere Details stehen in der Seminarinfo, die jede/r TeilnehmerIn
erhält.
Seminarleitung: Christian Vogel
Teilnahmegebühr: Euro 588,- (10 Tage). Die Übernachtungen und die Verpflegung (außerhalb
der Fastenzeit) zahlt in der Unterkunft jeder selbst. In den Bergen übernachten Alpenvereinsmitglieder
vergünstigt.
Teilnehmerkreis: Alle Menschen ab 18 Jahren.
Jugendliche, die eine Visionssuche zum Erwachsenwerden leben möchten, nach vorherigem
Gespräch und mit dem Einverständnis eines Erziehungsberechtigten. Ein vorheriges
Kennenlernen ist grundsätzlich möglich.
Die Teilnahme an der Visionssuche setzt eine normale physische und psychische Belastbarkeit
voraus.
Im Zweifelsfall bitten wir um ein Gespräch.
Menschen, die an psychischen Erkrankungen leiden, werden gebeten sich erst mit ihrem
Arzt und/oder Therapeuten zu beraten, bevor sie sich anmelden. Ein persönliches Gespräch
/ Kennenlernen ist erwünscht.
Berge
3.-12.8.2010 und 15.-24.8.2010
Norddeutschland
16.25.7.2010