

Indianerpfad
Ethnomedizin

Medizinmenschen
Amanita-
Die Medizin der Klänge
Die schamanische Arbeit mit der Amanita (dem Fliegenpilz) stammt aus dem nordeurasischen
Raum; vereinzelt praktizierte man diese Medizin auch im druidischen Schamanismus
des keltogermanischen Kulturkreises.
Der Fliegenpilz tritt häufig noch im altem Volksgut
auf.
Wir finden ihn nicht nur in Märchen und Sagen, sondern auch als Dekoration von
Haushaltsgegenständen, oder zur Verzierung von Schmuckschatullen und ähnlichem.
Der
Begriff 'Glückspilz' kommt aus einer Zeit, in der die Medizin der Amanita noch bekannt
war.
Im sibirischen Raum findet sich die Anwendung der Amanita in der Heilarbeit wie in
Festen, in denen sich der ganze Stamm berauschte.
Im engeren Sinne der Heilarbeit
von Mensch zu Mensch steht allerdings nicht der Rausch im Vordergrund, sondern Trance
und Führung durch das Geistwesen des Pilzes.
Die rituell gesammelten Pilze werden
geraucht oder als Tee getrunken. Seltener sind die Pilzesser.
Die konsumierte Menge
bleibt weit unter einer Dosis, die lebensbedrohlich wäre. Es geht nicht um eine drogeninitiierte
Flucht vor der Realität, sondern um das Erreichen einer Trance und dem Kontakt mit
der Deva, dem Geistwesen der Amanita.
Auch in dieser Medizin ist die Fähigkeit der inneren Leere und Absichtslosigkeit der Handelnden unabdingbar.
Es gibt nichts zu tun. Es ist nur ein Geschehen, in dem man selbst ein Teil ist. Die Amanita führt.
Im schamanischen Arbeiten ohne Konzepte und Wissen entsteht das, was der zu behandelnden
Person und ihrer Seele hilfreich ist.
Konzepte stören da nur den emotional-
Unsere moderne Medizin ist konzeptionell. Leider passen nicht alle Patienten
und Krankheiten in diese Strukturen...
In nächtlichen Zeremonien arbeiten Amanita-
Diese Arbeit geht tief in seelische Resonanzen
zwischen TeilnehmerInnen und SchamanenInnen.
Das heilerische Handeln entsteht aus
einer emotional-

Arbeit an der Seele
Die hierdurch mögliche Arbeit am Tonal der menschlichen Seele ist sehr wertvoll.
Im Tonal sind alle 'unverdauten' Emotionen gespeichert. Durch das intuitive Geschehenlassen
des SchamanenIn entsteht über die Trommel eine Verbindung mit der Seele des betrommelten
Menschen. Diese reagiert befreiend, sich reinigend und ausbalancierend. Eine Amanita-
Klienten, die von Amanitaschamanen behandelt werden,
reagieren sehr unterschiedlich.
Oft kann man beobachten, dass der Klient in eine deutlich sichtbare Schwingung versetzt
wird und es nicht vermag, seinen Körper still zu halten. Hieraus erwächst bei einigen
Menschen ein Tanz, freudig, traurig, kindlich oder sinnlicher Art. Die Reinigung
des seelischen Tonals läßt Emotionen frei: Die nie geweinte Träne, das nicht gelebte
Lachen, der nie gehörte Schrei...
Wenn durch die Arbeit der Amanitaschamanen tonale
Störfelder und Blockaden wahrgenommen werden, wird oft eine Extraktion angeboten.
Das Ende der Zeremonie liegt meist in der späten Nacht.
Anmerkungen:
Es sei dringend davon abgeraten Teile des Fliegenpilzes 'einfach so' zu konsumieren.
Der Fliegenpilz ist äusserst giftig. Schon geringe Mengen können zum Tode führen.
Die in den einzelnen Pilzen enthaltenen psychoaktiven und toxischen Stoffe sind in
der Menge von Pilz zu Pilz sehr unterschiedlich. Es ist nicht möglich durch Form,
Farbe, Alter o.ä. auf den Gehalt toxisch relevanter Inhaltsstoffe zu schliessen.
Die
Deva der Amanita ist ein sehr starker Geist. Die Arbeit mit ihr bedarf eines rituellen
Rahmens und der Anleitung durch einen erfahrene/n SchamanenIn.
Eine Konsumhaltung
stellt einen Mißbrauch dieser Lebensform dar.
Menschen, die sich wegen möglicher spektakulärer
Rauscherfahrungen zur Amanita hingezogen fühlen, sei ein Bier empfohlen.





Amanitaritual:
Mögliche Termine
In jeder School of Shamanic Healing Arts
am 3. Seminartag (abends). Bitte um 16 Uhr eintreffen.
Teilnahmegebühr: 40 Euro zzgl. Übernachtung. Anmeldung:
vogelnews@web.de

Eine sibirische Mythe beschreibt
die Entstehung dieser Medizin:
Die Geschichte
der
schamanischen Trommel
Schamanische Arbeit ersetzt nicht Therapie oder Arzt. Arzt und Therapie ersetzen keine schamanische Arbeit.