Dieses Wörterbuch möchte interessierten Menschen als Orientierung dienen.
Es definiert
bekannte und vielleicht unbekannte Begriffe in der ethnomedizinischen Sicht von Schamanen
und Medizinmenschen und betrachtet den Menschen aus einer seelischen Perspektive.
So
fliessen hier Sichtweisen unterschiedlicher Stammeskulturen ein, auch die unserer
keltogermanischen Vorfahren. Die Spuren zu diesem Wissen finden sich auch in unserer
wunderbaren Sprache, die neu zu entdecken ist. Eigene Forschungsergebnisse ergänzen
die Sammlung.
Mitunter kommen hier auch Erfahrungen und Persönlichkeit des Autors
stärker zum Ausdruck, als dies in einem Wörterbuch üblich ist. Es ist nicht die Absicht
zu beleidigen. Sollte man sich angegriffen fühlen: Interessante Resonanz.
Unterstrichene
und farblich markierte Wörter verweisen auf Seiten in dieser Homepage, auf denen
sich ausführliche Erklärungen finden. Kursiv sind querverweisend Begriffe dargestellt,
die in diesem Wörterbuch aufgeführt sind. Eine Verwendung, Nachdruck, etc. bitte
erst nach Einverständnis des Autors. Copyright!
Es wird fortlaufend ergänzt.
A bis D
A
Ahne, Ahnin - Vorfahre. Naturspirituell betrachtet befindet sich der (lebende) Mensch
am Ende einer langen Kette mit ihm verwandter Menschen, die vor ihm gingen. Ahnen
(- innen) werden/wurden geehrt (im keltogermanischen am Festtag Samhain), und um
Unterstützung oder Segen gebeten. Ahnenkulte gab/gibt es überall auf der Welt.
Ahnung
- Information oder Wissen, dass durch die Ahnen vermittelt wird.
Amanita - A. Muscaria,
der Fliegenpilz. Hohe Deva, die in der schamanischen Arbeit mit Trommel, Klang und
Tanz führt.
Am Anfang war das Wort - Bibel, Genesis, Beginn der Schöpfung. Schlechte
Übersetzung aus der griechischen Urfassung der Bibel des Begriffes ‚Logos’. Gemeint
ist wohl eher ‚Geist, Idee’.
Am Anfang war der Geist, die Idee... dies beschreibt
das kreatives Entstehen aller schöpferischer Akte.
Zur ethnomed. Arbeit mit Klienten
gehört es, in ihm die (seine!) Idee der Heilung zu entwickeln, der dann die Materie
gesundend folgen kann.
Analogie - Ausdrucksform der symptomatisierenden Seele (körperliche
Krankheit ist analog zur seelischen), Wesen der Symbolsprache. Analoge Strukturen
finden sich in allen Realitäten. Siehe Dualität.
Anderswelt(en) - Zu ‚dieser’ Realität
analoge Welt. Fluchtort verlorener Seelenanteile. Schamanische Wirklichkeit.
Angst
- Gefühl, dass eine Warnfunktion vor Gefahren aller Art hat.
In unseren modernen Zeiten
oft nicht mehr fundamental erlebbar, und so häufig als unerwünschte Emotion betrachtet.
Ein Mangel an Er- (und Über)-lebbarkeit archaischer Ängste (z. B. Schlafen nachts
im Wald), lässt Angst diffus und unheimlich werden. Oft verlagern sich Ängste in
projezierte Abstraktionen wie z. B. Angst vor Einbrechern, Verbrechen, Hunden, schwarzen
Katzen, dem Weltuntergang, Krankheit und Tod.
Absurde Angst lähmt den Menschen und
hindert an einem erfüllten Leben, Lieben und Sein. Kompensationsmittel sind reichlich
vorhanden und machen Milliardenumsätze.
Anog Ite - Zweigesichtige Frau, mythische
Figur der Sioux. Verkörpert Dualitäten. Siehe Winkte.
Anpassung - Eigenschaft des
Menschen, sich in klimatische, gesellschaftliche, kulturelle, religiöse und hierarchische
Situationen einzufügen, und so zu überleben. Fixierung des Verstandes auf das Überleben
in Räumen und Grenzen der nestgebenden Gesellschaft. Je tiefer die Anpassung, um
so weniger Leben, um so mehr Überleben. A. ist eine unterwürfige Reaktion auf den
normophatischen Druck. Der angepasste Mensch übergibt immer irgendwelchen Autoritäten
Macht, Möglichkeit und Verantwortung. Und seien es die Nachbarn, für die man den
eigenen Rasen ordentlich schneidet. Richte ich mein Leben nach meiner Seele aus,
oder nach dem Platz, den ich einnehmen könnte, wenn ich mich entsprechend verhalte?
Ethnomed.:
Seelenanteile vorgeburtlich, geburtlich wahrscheinlich verloren.
Atropa Belladonna
- Tollkirsche. Hohe Deva, Verbündete im druidischen Schamanismus. Kein Rauschmittel!
Aufgabe
- Beschreibt eine bevorstehende Arbeit oder Unternehmung, Prüfung, etc., die dadurch
zu lösen ist, dass man etwas aufgibt.
Aufstellung, schamanische - A. des seelischen
Systems zur Erkennung der Architektur von Persönlichkeit und Seele und Wandlung von
Blockaden, Krankheitsgründen, etc. und zur Entwicklung der seelischen Potentiale.
Mehr.
Authentizität - Wahrhaftigkeit beginnt stets bei sich selbst - in persönlicher
Stimmigkeit. Ein möglichst authentische Sein erfordert Mut, denn es findet u.U. jenseits
der Akzeptanz einer normophatischen Gesellschaft Räume und Wege.
Grundlegende Tugend
der Medizinmenschen. Es gilt sich stets darin zu üben.
Auftrag - Bitte um Heilungsarbeit.
Ohne Auftrag besteht weder Recht noch Pflicht zur ethnomed. Arbeit. Arbeit ohne Auftrag
ist schwarzmagisch. Mangel an Wertschätzung und Respekt gegenüber der Selbstbestimmung
des betroffenen Menschen, invasive Einmischung, Besserwissertum.
Ayahuasca - siehe
Mesa, Madre.
B
Beltane - Keltogermanischer Fruchtbarkeitsgott. Herrscht von Walpurgis
(auf den 1. Mai) mit der Fruchtbarkeitsgöttin Walburga bis zum Vollmond im August.
Bedarf
- Bedürftigkeit - muß nicht, darf, wann und wie immer. Resonanz auf Anliegen seelischer
Bedürftigkeit nach Vollständigkeit, Wachstum und Heilung. Auch materielle Bedürftigkeit
ist eine Symptomsprache der Seele, die ihre Bedürftigkeit ausdrückt und in der die
unterentwickelten ‚Potentiale’ weh tun. Etnomed: Rückholung der verlorenen Seelenanteile,
gute Integrationsarbeit!
Berufung - Der Schöpfung und der eigenen Seele Ruf.
Bescheidenheit
- Tugend der Medizinmenschen. Steht jedem Menschen gut. Übung in B. ist ein gutes
Mittel gegen ein überhöhtes Ego. Im Mittelhochdeutschen bedeutete B. auch Verstand,
Verständigkeit: (jemandem Bescheid geben).
Beschwerde - sich beschweren. Versuch sich
in einer Situation die Gewichtigkeit (Schwere) zu geben,
um z. B. Gerechtigkeit herzustellen.
(Für Lösungen braucht es Leichtigkeit, nicht Schwere!)
Oft Kompensationshandlung
für Themen und Verletzungen aus als ungerecht empfundenen Lebensgeschichten.
Besetzung
- Anhaften einer fremden seelischen Präsenz am Wirt (Menschen) aufgrund von Angst,
Orientierungslosigkeit, Energiehunger... Schamanisch zu lösen.
Bestimmung - Einem
Anliegen, einer ethnomedizinischen Arbeit, einem Gefühl, einer Aufgabe (...) seine
Stimme geben, etwas bestimmt tun, sagen, usw. Siehe Erklärung.
Buchstabe - In einen
Buchenstab geritztes Zeichen. Unsere modernen Buchstaben enthalten viele Runenelemente.
Burn Out - seelischer Kollaps. Folge übertriebenen Ehrgeizes. Durch Lebensphasen
(je länger um so schlimmer), in denen es der Seele nicht möglich ist, ihren eigenen
Weg zu gehen und daran zu wachsen, entstehen erhebliche Dissonanzen im System der
Seele und ihrer Teile, die bis zum Zusammenbruch führen. Die von B.O.-Klienten oft
gefühlte Leere und Sinnlosigkeit, Schwäche (...) sind seelische Syptomsprache: Die
Seele gibt auf. Die Konflikte unter den Teilen der Seele führen zu keinem Wachstum,
(siehe auch: normative Kräfte der Seele), die Seele leidet und stellt die innere
Situation durch Gefühl und Verstand des Menschen erlebbar dar.
Ethnomed. Arbeit für
B.O.-Klienten: Begleitung des Menschen auf ihm entsprechenden Wegen, der eigenen
Seele den Raum zu geben, den sie für Wachstum und Heilung benötigt. Inipi, Visionssuche,
Medizingespräche. Herstellung der seelischen Ganzheit (scham. Reise), Aufstellung
der Seele. Auf das Herz achten: Körperlicher Symptomausdruck möglich.
Den Heilungsweg
aus dem Burn Out geht der Klient. Das ist viel Veränderung. Sie gilt es zu begleiten.
Psychopharmaka führen nicht zur Heilung.
Brigid - auch Brighid, Brigitta, etc. Keltogermanische
Gottheit in jungfräulicher Gestalt, herrscht (ursprünglich) vom Vollmond im Februar
bis Beltane (Maimond); heute Nacht auf den 1. Mai.
B. erweckt den Frühling und alles
Wachstum auf Erden und in den Menschen(!). Verbündete Deva: Birke.
C
Chakra - Feinstoffliche
Energiezentren im Körper.
Chaos - Situation oder System, dessen Ordnung und Interaktionen
noch nicht verstanden werden, so Unvorhersehbarkeit des Geschehens. Betrachte in
diesem Sinne das Leben. Schöpferisches Werkzeug. Mathematisches Forschungsanliegen
(Chaostheorie). Angstbehafteter Begriff von Veränderungsphobikern.
Charakter - Griechisch:
Das Geprägte. Mittelhochdeutsch: eingebranntes Zeichen. Ethnomed.: Deformation der
Seele und ihrer Anteile durch normophatische Zwänge zur Anpassung.
Chili - pflanzliche
Deva des Feuers. Hilft in schamanischen Anwendungen ähnlich einer Extraktion.
Clan
- im seelischen Sinn Gruppe von Seelen, die sich mehrere Leben lang immer wieder
in neuen Konstallationen treffen, um aneinander zu wachsen. Deutliches Zeichen des
Treffens auf ein Clanmitglied ist eine bei einem fremden Menschen z. B. sogleich
empfundene Vertrautheit. Enge seelische Nähe aus alten Leben nennt man Seelenverwandschaft.
D
Deformation,
seelische - Schädigung der vorhandenen Seelenanteile durch traumatische oder länger
andauernde unterdrückende Erfahrungen, dadurch mangelhafte Entwicklungsmöglichkeiten
von seelischen Potentialen in Selbstvertrauen, Weiblichkeit - Männlichkeit, Liebe
und Beziehung, Gesundheit...
Depression - Kummer der Seele um verlorene Seelenanteile,
bzw. nicht genutzte Seelenanteile. Oft liegen bereits vorgeburtliche seelische Schäden
vor.
Deva - Geistige Präsenz einer Pflanze oder eines Pilzes, nichtstoffliche Wesenheit
dieser Lebensformen.
Dienen - Grundlegende Haltung der Medizinmenschen. Dienen hat
nichts mit Unterwürfigkeit zu tun, aber viel mit Größe.
Es gilt auch, der eigenen Seele und ihren Bedürfnissen zu dienen.
Dissonanz, seelische
- krankhafte Disharmonie innerhalb des seelischen System. Ursache: Vorhandene Seelenanteile
(Persönlichkeitspotentiale) liegen brach, liegen miteinander im Konflikt, sind autoritätsgebunden
oder verloren. Ethnomed.: Seelische Deformation, Rückholung der Seelenanteile, s.
Aufstellung. Bei akuter Seelosomatik helfen Räucherungen, Inipi, Muße.
Don Augustin
- Einer der besten zeitgenössischen Schamanen aus Peru. Ayahuasca-Medizinmann, bescheiden,
dienend, voller Herz. Neben unzähligen Heilungen schwerster Krankheiten gehört zu
seinem Lebenswerk auch der Aufbau von Schulen, Werkstätten, Landwirtschaft und Versorgung
in seiner Heimat.
Drama - ein Drama ist, was als dramatisch empfunden wurde, z. B.
eine traumatische Erfahrung.
In Abgrenzung hierzu stehen dramenverliebte Menschen,
die quasidramatische Situationen suchen bis provozieren, um sich zu spüren, meist
im Mittelpunkt. (Unser-täglich-Drama-gib-uns-heute-Leute).
Dies ist eine Symptomsprache
der Seele, die auf ein verletztes Herz und damit verbundene verlorene Seelenanteile
hinweist. Seelisch kranke DramatikerInnen mißbrauchen andere Menschen zu Protagonisten
ihrer chronischen und für alle Beteiligten ungesunden Kompensationsversuche.
Druide
- keltogermanischer Schamane, Priester, Lehrer, Geomant, spirituelles Ge-Wissen des
Stammes...
In über 20 Jahren Lehrzeit wurden D. ausgebildet. Durch die Eroberungs-
und Unterwerfungspolitik Cäsars ausgerottet. Die wissenden Frauen landeten zumeist
auf dem Scheiterhaufen. Mehr.
Es gibt tatsächlich Leute, die sich heute Druide nennen,
sogar eine angeblich druidische ‚Universität’.
Das ist nicht mehr als ein respektloses
Spiel. C.
Dualität - In der Schöpfung häufig anzutreffende Doppelpoligkeit, die Resonanzräume
schafft: (Magnetismus, Mann/Frau, Materie/Antimaterie, Seele/Körper, Tonal/Nagual...).
Häufig in Analogien.