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Indianerpfad
Ethnomedizin -

Wie findet man in dieser Welt seine Berufung?
Die Art, wie man sein Leben lebt, hängt von der eigenen Persönlichkeit und dem Bild
ab, dass sich Kultur, Gesellschaft und persönliches Umfeld vom Leben machen.
Innerhalb
dieser Grenzen bewegen wir uns, leben wir.
Allerdings müssen wir immer wieder feststellen,
dass unsere Art der Lebensführung viele Antworten offen lässt.
So stehen Menschen
alleine da, die sich in Übergangsphasen wie der Pubertät, dem Schritt zum Erwachsenwerden
oder im Klimakterium befinden.
Wie bewältigt man Lebenskrisen?
Wie wächst man persönlich?
Und wie findet man seine Berufung?
Seinen eigenen Pfad durch's Leben?
Die Wege der Naturvölker
Auch unsere Vorfahren kannten Zeremonien zur Erwachsenwerdung und zur Seins-
In den keltischen, germanischen und nordischen naturspirituellen Kulturen
waren Rituale wie die Visionssuche, die Schwitzhütte (-
Die Visionssuche als spirituellen Prozess menschlicher und seelischer
Werdung und Bestimmung lebte schon Jesus von Nazaret, 40 Tage in der Wüste... (Man
vergleiche sein (überliefertes) Leben vorher und nachher).
Eine Visionssuche ist also
kein kulturfremdes Relikt, keine ethnische Esoterik und keine Maßnahme der Langeweile
des Lebens zu begegnen.
Sie ist eine kraftvolle, tiefe Bewegung zu sich selbst, wenn
die Zeit gekommen ist eigene Antworten zu finden!
Indianerleben
Um deutlich zu machen, was eine seelisch sinnvolle Begleitung eines Menschen in seinen
Lebensphasen entwickeln könnte, sei einmal angenommen, Sie wären vor 200 Jahren als
Indianer geboren worden.
Dann wäre ihr Leben in etwa so verlaufen: Der Medizinmann
hätte sie 4 Tage nach ihrer Geburt der Schöpfung vorgestellt: den Himmelsrichtungen,
den Winden, Mutter Erde und Vater Sonne, den Tieren, Bäumen, Pflanzen und Spirits.
Man beobachtete die Natur hierbei sehr genau, um zu erfahren, welcher Name Ihnen
gegeben wurde.
Sie sahen sich als Teil der Natur und erkundeten ihr Wesen in der Prärie,
den Wäldern und Tälern der Heimat. Ihre Lebensjahre nahmen Sie wie Kreise wahr. Sie
nutzten die Jahreszeiten im Medizinrad, um zu wachsen, zu lernen, Erlerntes umzusetzen
(zu ernten), und im Winter zu ruhen und sich auf das neue Jahr vorzubereiten.
Als die Kindheit endete und die Jugend begann, half Ihnen der Medizinmann des Stammes, der Sie zu Ihrer ersten Visionssuche begleitete. Alleine in der Wildnis stellten Sie sich das erste mal sich selbst und Wakan Tanka, dem großen Geheimnis. Vier Tage und vier Nächte fastend baten Sie um Antworten für die nächsten Jahre Ihres Lebens und einen neuen Namen: Das Kind ging und der junge Mann entwickelte sich.
Dieser ersten Übergangsphase im Leben sollten weitere folgen, und auch hier fanden sich die Antworten im Rückzug in die Schöpfung und sich selbst...
Als junger Mann wurden Sie nun auch in das Inipi eingeladen. In der Schwitzhütte lernten Sie Körper, Verstand, Herz und Seele zu reinigen und zu heilen. Ihre Spiritualität wurde geschult. Immer wieder nutzten Sie die Energie der Schwitzhütte, um besondere Lebensphasen zu unterstützen.
Irgendwann stellte sich dann die Frage der Berufung: Auf welchem Weg schreitet meine Seele am kraftvollsten und schönsten voran? Die Antworten bekamen Sie wieder auf einer Visionssuche in der letzten Nacht, der Wachnacht. Nun wußten Sie, welchen Pfad Ihre Seele beschreiten mochte...

Die Berufung
Der Ruf der Seele
Wer bist Du, Mensch?
Bist Du dein Name, dein Beruf?
Bist Du Familie, Hobby, Funktion?
Bist
Du Nationalität, Rasse, Geschlecht?
Wer bist Du, Mensch?
Und gehst Du durch Dein Leben,
oder
wirst Du durch irgendeines gegangen?
Hast Du je JA! gesagt zu deinem Leben?
Und wie
gehst Du nun weiter?
Wo finden wir die Antworten?


Back to the Roots? Das Ich aus den Wurzeln.
Ich möchte hier nicht den Eindruck erwecken, wir sollten in ein romantisch verklärtes
Stammesleben zurückkehren. Das ist Utopie.
Aber wir können lernen aus dem Wissen
um die Menschwerdung, die in enger Resonanz zur Natur -
Im Vergleich eines
mitteleuropäischen Lebens mit einem Indianerleben fällt auf, dass wir den Kontakt
zur Natur verloren haben. Wir nennen sie ‚Umwelt', ein Begriff, den kein Indianer
verstehen könnte. Es ist eine Welt, und das Leben ist mit der Natur auf engste und
untrennbar verbunden. Wenn wir draussen in der Schöpfung Unterstützung für unsere
Lebensprozesse suchen, dann kommen wir Zuhause an, dort wo alles begann. Für diese
Umgebung sind wir genetisch geschaffen, wir werden nicht mit einem USB-
In der Natur gehen wir in eine Welt, die wieder überschaubar
wird und in der Leib und Seele durchatmen können.
Dies gilt für alle Menschen, nicht
nur Indianer...
Alte und bewährte Rituale wie die Schwitzhütte und die Visionssuche
helfen, eigene Antworten zu finden und Wachstumsschritte oder Problembewältigungen
auf die eigene Art und in der eigenen Zeit zu gehen. Basis hierbei ist immer ein
erdiger Pfad.
Dieser Weg ist weder Glaubenskonzept, noch Religion: Es bedarf weder
des Mittlers zwischen dem Profanen und dem Sakralen -
Die
Aufgabe des Medizinmannes ist es, Menschen bei ihrem eigenen Weg durchs Leben zu
begleiten. Es geht nicht darum, diesen Weg vorzugeben, sondern zu ermöglichen, dass
der Mensch sich und seine Antworten darin selbst entwickelt. Es sind die besten Antworten.

