Menschliches Sein - seelische Wege


Was ist Realität? Was ist Wahrnehmung?

 

Der menschliche Intellekt konstruiert seine eigene Realität. Und jeder hat sein Welt- und Ichbild, was (meist) für wahr gehalten wird. Glaubt man da nicht einer Vorstellung mehr, als der natürlichen, seelischen Realität?

 

Hieraus ergibt sich eine Distanz zu dem, was wirklich ist. Auch zum Eigenen. Es ist der Unterschied zwischen Erklärung und Sein.


Wir sind nicht die Schöpfer der Natur - wir sind ihre Kinder, und meinen doch, besser über sie Bescheid zu wissen, als sie selbst. Auch das ist ein Irrtum.


Annahmen


In der Geschichte der Wissenschaften folgt eine Annahme der nächsten, ein erklärendes Konstrukt gilt so lange, bis seine Unstimmigkeit erwiesen ist, und dann durch ein Neues ersetzt wird. Jede neue wissenschaftliche Annahme umweht die Aura des ‚Jetzt haben wir’s erkannt’, doch jede Kausalität, jedes neue System, wird von Zweifeln begleitet, jede Antwort von neuen Fragen... Und so geht es und auch mit uns selbst.

Verstand und Wahrheit

Der Verstand alleine ist nicht in der Lage wahr-zu-nehmen. Zwischen seinen Annahme und kognitivem Konstrukten besteht eine Distanz zu dem eigentlich wahren Ich, eine Distanz zum Leben selbst, zur Erlebbarkeit von Realität.

Aus vielen verschiedenen Gründen bilden Menschen eine Mauer zum eigentlichen seelischen Ich.

Zu den Neins gehören auch die Aspekte unserer Persönlichkeit, die wir fürchten oder in denen wir uns inkompetent fühlen, und/oder in denen wir in der eigenen Lebensgeschichte Leid erfahren haben. Dies durch den Verstand greifen zu wollen ist ignorant - dem Selbst wie auch dem Lehrer Leben gegenüber.


Wie wollen wir das Seelische finden, was wir suchen, wie soll dies möglich sein, wenn der Verstand durch seine Annahmen Unmöglichkeiten schafft?


„Wenn wir wüssten, wo die Antworten, die wir suchen, zu finden wären, bräuchten wir nicht suchen“.

Möglichkeiten

Man sollte (seine) Möglichkeiten mögen - im Wortsinne. So werden wir frei, hinter die Grenzen zu schauen, weil wir keine mehr ziehen.


Der Verstand braucht das Korrektiv aus offenem Fühlen, aus Körperlichkeit und Erdung.


Gedanken sind keine Wahrnehmungen. Aber das Herz kann wahrnehmen, die Gefühle können es.


Meinungen sind keine Weisheit. Aber die Seele ist weise. Wir brauchen Seelenzeit…


Nicht: „Open your mind“ sondern: „Open your Life“!


Und die Seele braucht Raum, um sich zu entfalten. Viel Raum.

Also bleibt uns nur, in einem möglichst freien Raum zu leben - und darin zu finden.


Die Seele und das Leben, sie bedingen einander. Und sie sind in Liebe verbunden.


Die Seele drückt sich im Leben aus.

Wer aufmerksam ist, erkennt, das Vieles im Leben ein symptomsprachlicher Ausdruck der Seele ist.


Sie spricht in Analogien.

Ihre seelischen Zustand drückt sie durch ein Gleichnis aus.

Wir nennen es Leben.

Und: die Gefühle der Situation sind die Gefühle der Seele.


„Unangenehme“ Gefühle machen uns auf seelische Teile aufmerksam, die der Zuwendung bedürfen.

Schliesslich sind es unsere seelischen Potentiale, die da rufen, um der Freiheit willen, sich entfalten zu dürfen. Wenn sie in ihrer Geschichte gefangen sind, oder es nicht dürfen, können wir sie nicht erleben.


Und hierzu braucht es die eigene Erlaubnis:


Mehr zu werden, wer ich wirklich bin.


Mit all meinen seelischen Potentialen zu leben - um mich darin zu erkennen.


Das Suchen endet und das Finden beginnt: In einem Leben im Sein.

Denn dies ist weder Wahrheit, weil subjektiv, noch Weisheit, da nicht seelischen Ursprungs.

Man vergleiche die Reden der Politiker (Meinung gegen Deinung), mit denen Ghandis.

Wege


Wegbeschreibungen und Wegbegleiter zu sich selbst gibt es viele. Doch wie finden wir den eigenen seelischen Weg?

Und so individuell ein Mensch in seinem Leben ist, so individuell sind auch seine Wege.


Wenn der kreative Verstand die Seele sucht, dann aus den Anleitungen, Erkenntnissen, Erinnerungen, und Lehren der Vorbilder, Lehrer, Philosophen, Weisen oder Gurus (...). Er nimmt das, was in sein Konstrukt passt.


Die alten Annahmen werder ersetzt durch neuen Annahmen: Durch die Sinninhalte der neuen Autoritäten, die uns nicht an Schmerz und Leid erinnern. Der kreative, konstruierende Verstand vermeidet dies geschickt.

Es ist nur ein neues Korsett aus Grenzen und Definitionen.

Erlebniswelten

Viele Lehren gehen einher mit Reduktion, Tabus, Ausschließlichkeiten...

Egal, ob dies sexuelle, Ernährungs-, Genussmittel-, Liebes- oder Beziehungsaspekte sind:

Es gilt hier, den Lebensraum kleiner zu machen, ihn zu reduzieren, um ein Stück Überschaubarkeit zu finden, im kleineren Kosmos zu suchen, statt in der eigentlichen Erlebbarkeit. Alles, was vermeintlich ablenkt, wird eliminiert, und diese Arbeit verhindert sicher, das Wesentliche zu finden*).

Ein Ja! zur eigenen seelischen Individualität


Möglich wird dies nur durch die eigene Erlaubnis zu leben. Mit allem, was ich bin, bekannt oder noch nicht bekannt. Mit allem, ob ich darin gut bin oder nicht. Oder ob die Anderen mich dafür mögen oder nicht…


„Es gibt keinen bequemen Weg an uns vorbei.

Nur in der Authentizität können wir uns dem Authentischen in uns nähern“.


So gelingt es immer mehr authentisch zu leben - und die eigene Individualität darin zu entdecken.

Mit jedem Erleben und mit jedem sich entwickelnden Seelenpotential erfahren wir mehr über uns.

Aus all dem entsteht ein Bild, das immer deutlicher wird…


Wenn wir dies in den Ausdruck bringen, dann sind wir präsent.


Dieser Weg geht also über die Erlaubnis in die gelebte Individualität, in die Authentizität, in die Präsenz.


Unserer Erlaubnis zu leben stehen die Verbote, Tabus und Regeln entgegen, die von alten Autoritäten stammen. Aber keine Figur aus der Kinderheitsgeschichte wird kommen, um unsere alten Glaubenssätze aufzuheben. Dies können wir nur selbst tun.

Die Erlaubnis zu leben

Darin weiten sich die Möglichkeiten des realen Erlebens - mit allen Sinnen.


Dem grossen Ganzen kann man sich nicht annähern, wenn man seine (Er-)Lebensräume klein macht.

Statt zu leben - in aller Fülle, Freiheit, Konsequenz und Verantwortung - wird das Leben verhindert und damit der größte Lehrmeister, den wir haben.

Eine Ausgrenzung von Aspekten des Lebens ist das Nein zur Fülle des Lebens selbst.

Über die eigene seelische Individualität

Hintergrund

*) (In besonderen Momenten kann ein Verzicht (z. B. Fasten, vegane Ernährung...) die eigene Kontemplation, die eigenen Energien sicher erhöhen und uns tiefer führen. Wenn dies aber zum permanenten Lebensinhalt wird, verliert sich die angestrebte Wirkung im Konstrukt.

Im Horizont

Die Erlaubnis zur eigenen Authentizität öffnet die Möglichkeiten der Wahrnehmung - innen und aussen.


Die Erlaubnis, Freiheit in Fülle und ohne Ausgrenzung zu leben, bedingt, dass auch die Fülle des großen Ganzen erlebbar ist.


Die Erlaubnis, in Liebe und Beziehung zu gehen und darin zu wachsen, beinhaltet auch die Erlaubnis in Beziehung zu gehen, mit dem was überall ist.

Die Erlaubnis, sich im Leben selbst zu finden bedeutet, alle Existenz finden zu können - und nicht mehr suchen zu müssen.


Die Erlaubnis, sich von der Seele führen zu lassen bedeutet, in sie zu vertrauen, sie zu ergründen.


Dies schafft einen großen Raum, in dem wir Zeuge unseres spannenden Lebens werden.


Wir überzeugen durch das freie Erleben der Seele die eigene Geschichte und werden frei von ihren Spuren.


Der Zeuge beobachtet das eigene Selbst in seiner Erlebbarkeit.

Und dann braucht es auch den Zeugen nicht mehr.


Arbeit für seelische Potentiale wird angeboten in Seelenaufstellungen, siehe auch:

die grosse Seelenaufstellung, Potentiale der Seele


Das schamanische Retreat „Seelenpfade“ bietet Raum für diese Themen.

Seelische Individualität

Das lässt sie die Unsicherheit nicht spüren, die mit der Ahnung und der Erkenntnis einhergeht, dass wir die seelische Realität nicht mental ergründen können.


In Diskussionen und Streitgesprächen trifft die aus dem Verstand heraus gebildete eigene „Wahrheit“ auf die des anderen Menschen. Meins ist meine Meinung und sie kämpft gegen deine Deinung. Wer hat recht? Niemand.

Die Wahrheit suchend Menschliches Sein

Es entsteht eine (relative) Unberührtheit des menschlichen Seins von der Realität des Lebens. Wir bilden damit eine Distanz zum Selbst, anstatt es zu finden.

Dies geht bis zur Ignoranz der Selbstexistenz, des Vertrauens in die Geschichte des Selbst und ihrer Lehrmeister, mögen die Lektionen noch so schmerzhaft gewesen sein.


Doch eine Distanz vom Leben selbst führt uns vom Sinn und von der Möglichkeit, darin zu wachsen und zu erkennen weg - in ein Konstrukt, dessen Kern der Suchenende sich für das zu Erkennende, für das Eigentliche hält.


Es ist der Versuch, Gott und das eigentliche Selbst auf der Festplatte zu finden.

Selbst die Sehnsucht nach Heilung bleibt darin unerfüllbar.

Denken: Die Suche nach dem Ich in einem Labyrinth

Wir können den seelischen Kern, die letzte Wahrheit, nicht über den Weg des Neins zu Aspekten des Lebens finden, sondern nur über das gelebte JA zu allem was ist - auch in und mit uns.


Sonnenaufgang - Balken oben

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Sonnenaufgang auf der Erde: Balken oben. Sonnenaufgang auf der Erde: Balken oben.

Indianerpfad




Ethnomedizin - Die Medizin der Naturvölker für Seele und Leben