Indianerleben


Um deutlich zu machen, was eine seelisch sinnvolle Begleitung eines Menschen in seinen Lebensphasen entwickeln könnte, sei einmal angenommen, Sie wären vor 200 Jahren als Indianer geboren worden.

Dann wäre ihr Leben in etwa so verlaufen:


Der Medizinmann hätte sie 4 Tage nach ihrer Geburt der Schöpfung vorgestellt: den Himmelsrichtungen, den Winden, Mutter Erde und Vater Sonne, den Tieren, Bäumen, Pflanzen und Spirits. Man beobachtete die Natur hierbei sehr genau, um zu erfahren, welcher Name Ihnen gegeben wurde.


Sie sahen sich als Teil der Natur und erkundeten ihr Wesen in der Prärie, den Wäldern und Tälern der Heimat. Ihre Lebensjahre nahmen Sie wie Kreise wahr. Sie nutzten die Jahreszeiten im Medizinrad, um zu wachsen, zu lernen, Erlerntes umzusetzen (zu ernten), und im Winter zu ruhen und sich auf das neue Jahr vorzubereiten.

Das Ende der Kindheit


Als die Kindheit endete und die Jugend begann, half Ihnen der Medizinmann des Stammes, der Sie zu Ihrer ersten Visionssuche begleitete.


Alleine in der Wildnis stellten Sie sich das erste mal sich selbst und Wakan Tanka, dem großen Geheimnis.

Irgendwann stellte sich dann die Frage der Berufung: Auf welchem Weg schreitet meine Seele am kraftvollsten und schönsten voran? Die Antworten bekamen Sie wieder auf einer Visionssuche in der letzten Nacht, der Wachnacht. Nun wussten Sie, welchen Pfad Ihre Seele beschreiten mochte...

Back to the Roots? Das Ich aus den Wurzeln!


Ich möchte hier nicht den Eindruck erwecken, wir sollten in ein romantisch verklärtes Stammesleben zurückkehren. Das ist Utopie.

Aber wir können lernen aus dem Wissen um die Menschwerdung, die in enger Resonanz zur Natur - und der Natur des Menschen - die Findung des Weges und der Berufung erlebbar werden lässt.


Im Vergleich eines mitteleuropäischen Lebens mit einem Indianerleben fällt auf, dass wir den Kontakt zur Natur verloren haben. Wir nennen sie ‚Umwelt', ein Begriff, den kein Indianer verstehen könnte.

Es ist eine Welt, und das Leben ist mit der Natur auf engste und untrennbar verbunden.


Wenn wir draussen in der Schöpfung Unterstützung für unsere Lebensprozesse suchen, dann kommen wir zuhause an, dort wo alles begann. Für diese Umgebung sind wir genetisch geschaffen, wir werden nicht mit einem USB-Stecker für den PC hinter dem Ohr geboren.

In der Natur gehen wir in eine Welt, die wieder überschaubar wird und in der Leib und Seele durchatmen können.

Dies gilt für alle Menschen, nicht nur Indianer...


Alte und bewährte Rituale wie die Schwitzhütte und die Visionssuche helfen, eigene Antworten zu finden und Wachstumsschritte oder Problembewältigungen auf die eigene Art und in der eigenen Zeit zu gehen. Basis hierbei ist immer ein erdiger Pfad.


Dieser Weg ist weder Glaubenskonzept, noch Religion: Es bedarf weder des Mittlers zwischen dem Profanen und dem Sakralen - das erfährt jeder selbst; noch des Meisters, der vorgibt, seinen Schülern die Verantwortung für ihr Leben abzunehmen.


Die Aufgabe des Medizinmannes ist es, Menschen bei ihrem eigenen Weg durchs Leben zu begleiten.

Es geht nicht darum, diesen Weg vorzugeben, sondern zu ermöglichen, dass der Mensch sich und seine Antworten darin selbst entwickelt.


Es sind die besten Antworten.


Visionssuche          Der indianische Weg

Nackter Engel

Wie findet man in dieser Welt seine Berufung?


Die Art, wie man sein Leben lebt, hängt von der eigenen Persönlichkeit und dem Bild ab, dass sich Kultur, Gesellschaft und persönliches Umfeld vom Leben machen.


Innerhalb dieser Grenzen bewegen wir uns, darin leben wir.


Die Wege der Naturvölker


Auch unsere Vorfahren kannten Zeremonien zur Erwachsenwerdung und zur Seins- und Berufungsfindung. Es war die Zeit, in der auch unsere Ahnen in Stammesgesellschaften lebten.


In den keltischen, germanischen und nordischen naturspirituellen Kulturen waren Rituale wie die Visionssuche, die Schwitzhütte (-Überbleibsel Sauna), Schamanismus (Druiden) und andere ein wichtiger Teil menschlichen Lebens.


Reste hiervon finden wir in Firmung, Kommunion und Konfirmation, in der Jugendweihe und in den Wanderjahren der Handwerkszünfte.


Die Visionssuche als spirituellen Prozess menschlicher und seelischer Werdung und Bestimmung lebte schon Jesus von Nazareth in der Wüste... (Man vergleiche sein (überliefertes) Leben vorher und nachher).


Eine Visionssuche ist also kein kulturfremdes Relikt, keine ethnische Esoterik und keine Massnahme der Langeweile des Lebens zu begegnen. Sie ist eine kraftvolle, tiefe Bewegung zu sich selbst, wenn die Zeit gekommen ist eigene Antworten zu finden!

Seele und Berufung. Der Weg der eigenen Natur.


Wer bist Du, Mensch?


Bist Du dein Name, dein Beruf?

Bist Du Familie, Hobby, Funktion?

Bist Du Nationalität, Rasse, Geschlecht?

Wer bist Du, Mensch?


Und gehst Du durch Dein Leben,

oder wirst Du durch irgendeines gegangen?

Hast Du je JA! gesagt zu deinem Leben?

Und wie gehst Du nun weiter?

Wo finden wir die Antworten?

Wohin?

Vier Tage und vier Nächte fastend baten Sie um Antworten für die nächsten Jahre Ihres Lebens und einen neuen Namen: Das Kind ging und der junge Mann entwickelte sich.


Dieser ersten Übergangsphase im Leben sollten weitere folgen, und auch hier fanden sich die Antworten im Rückzug in die Schöpfung und sich selbst...


Als junger Mann wurden Sie nun auch in das Inipi eingeladen. In der Schwitzhütte lernten Sie Körper, Verstand, Herz und Seele zu reinigen und zu heilen. Ihre Spiritualität wurde geschult. Immer wieder nutzten Sie die Energie der Schwitzhütte, um besondere Lebensphasen zu unterstützen.

Sonnenaufgang - Balken oben

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Sonnenaufgang auf der Erde: Balken oben. Sonnenaufgang auf der Erde: Balken oben.

Indianerpfad




Ethnomedizin - Die Medizin der Naturvölker für Seele und Leben