Im Schamanismus gibt es nicht nur die eine Realität, in der wir in unserem Wachbewusstsein sind. Es auch noch andere, die man „Anderswelt“ nennt.

Dies ist kein alter religiöser Glaube und auch keine esoterische Fiktion.


Wo sind Sie, wenn Sie träumen? Ist das real? Ja, denn sie empfinden die Traum-Erfahrungen emotional und körperlich mit Bewegungen, Erregung, der Ausschüttung von Botenstoffen und Schweissausbrüchen. Der Körper schläft, aber wo bin ich, wenn ich träume?


Viele Menschen berichten von seltsamen Erlebnissen mit Verstorben, die die Trauernden aufsuchen, um sich zu verabschieden. Unerklärliche Ereignisse weisen darauf hin: Ein Bild fällt von der Wand, der Hund reagiert… Dies wird auch durch aufgeklärte Menschen berichtet.


Die Seelen der Verstorbenen sind im schamanischen Sinn an einem Ort, den man „Ahnenreich“ nennt. Um in Kontakt zu gehen schafft ein Schamane hier eine Verbindung. Unsinn? Warum stehen dann Angehörige an den Gräbern und sprechen zu den Toten?


Tonal und Nagual

Der Schamanismus ist ein Teil der Ethnomedizin. Hier unterscheidet man Tonal und Nagual. Tonal ist das körperliche, Nagual ist das nichtkörperliche Leben. (In etwa: Hardware und Software).

Sind Sie nun mehr Tonal oder Nagual?


Die Antwort: Sie sind viel mehr Nagual als Tonal. Da mag man sich wundern, gerade wenn man sich für vernünftig und aufgeklärt hält. Auch hier entsteht bei näherem Hinschauen ein anderes Bild:

Ihre Naguale sind die Träume, Erinnerungen und Hoffnungen, Gedanken und Theorien, Ängste und Wut, Liebe und Lust, Phantasie, ihr Glauben und ihre die Seele…


All dies lebt in Ihnen und begleitet Sie im Leben. Und wie der Körper auch unterliegen die inneren nagualen Welten Veränderungen. Sie machen Erfahrungen, senden Botschaften (Träume, Emotionen…), und dienen im sozialen Leben in Freundschaft und Liebe.


Tonal und Nagual stehen zueinander wie diese Welt und die Anderswelt.


Die Aufgaben des Schamanen/in

Aufgabe des Schamanen, der Schamanin ist es, diese Welten zu verbinden, um einen Austausch und Kommunikation zu ermöglichen.


Früher war dies beispielsweise der Kontakt zu Tierseelen, um vor der Jagd die Tiere zu bitten sich für das Überleben des Stammes zu opfern. Da die Erfahrungen gemacht wurden, dass so die Jagd erfolgreicher war, entstand daraus eine Tradition, die durch rituelle Aspekte wie Lieder und Tänze verstärkt wurde.

(Teile davon finden wir immer noch in den heutigen Jagdbräuchen).


Heute geht es in der schamanischen Arbeit um den einzelnen Menschen, oder um Paarthemen. In der Geomantie auch um Mutter Erde.

Und es geht, wie schon vor tausenden von Jahren, um die Verbindung und den Austausch zwischen den Welten.

Ein Schamane, eine Schamanin, das ist ein/e Reisender zwischen Welten und Realitäten - und ein Verbinder.


Schamanismus selbst gab und gibt es in jeder menschlichen Kultur. Er gehört zu den ältesten Berufen der Welt - und neben der Kräuterheilkunde auch zu den ältesten Heilmethoden.


Der Begriff „Schamane“ wird heute allgemein verwendet. Er stammt jedoch von den Stämmen des sibirischen Raumes (Jakuten, Nenzen, Altaier, Ewenken). Durch einen regen Austausch von Heilmethoden, Räucherstoffen und Handel finden wir schamanische Traditionen aus Sibirien z.B. auch bei den Lappen und Samen in Nord-Skandinaviens oder in der Mongolei.


Weltenbilder: Anderswelt

Der Schamane - Die Schamanin

Schamane aus dem Orient

In der seelischen Aufstellungsarbeit ist es so. Hier wird ermöglicht, dass sich der Klient mit seinen seelischen Potentialen (Naguale) befassen kann. Es werden die Verbindungen zum Un- bzw. Unterbewussten erlebbar, z.B. Selbstheilungskräfte aktiviert, Ängste ergründet und gewandelt, die Ursache einer Krankheit verstanden...


Um Verbindung und Austausch geht es auch in den Ritualen. Sie sind ganzheitlich, d.h. sie sprechen den Menschen in seinen tonalen und nagualen Teilen an.

Und es ist natürlich im klassischen Werkzeug des Schamanen, der Schamanin so: Der schamanischen Reise.

Die schamanische Reise

Dies ist ein willentlicher Übertritt in die Realität der Anderswelt. Mit Hilfe einer monoton gespielten Trommel oder Rassel versetzt sich der Schamane, Schamanin in eine Trance.


Mit einem wachbewussten Teil des Bewusstseins wird diese tonale Realität verlassen, um in die naguale Welt einzutauchen. Man stellt Kontakte zu Verstorbenen her, um einen Abschied zu ermöglichen. Es werden verlorene Seelenanteile gesucht und zurückgebracht. Man löst Flüche und Gelübde oder begleitet Operationen.

Die naguale Welt der Pflanzen

Kräuterheilkunde und Schamanismus gelten als älteste Heilungsmethode der Menschheit. Und sie sind nicht von einander getrennt. Auch der/die KräuterheilerIn geht schamanisch in den Kontakt zu den nagualen Teilen einer Pflanze, eines Pilzes oder Baumes. In der Heilmittelherstellung wird der PatientIn mit dem Geist der Pflanze verbunden, sein Anliegen vorgetragen und um Heilung gebeten. Es wird eine Beziehung zwischen Mensch und Heilpflanze hergestellt.


Die Arbeitsbereiche von Schamanen und Schamaninnen umfassen wichtige Bereiche des Menschen, die die moderne Medizin in der Ausrichtung auf den Körper so nicht anbietet.


Die schamanische Arbeit ist eine nötige Ergänzung der Schulmedizin.

Neue und alte, bewährte Methoden der Heilung finden zusammen. Es entsteht eine Weltmedizin.


Auch das ist Globalisierung…

Weitere Informationen


Was ist Schamanismus?


Schamanische Krafttiere


Schamanismus und Heilen


Rituale


Was ist Ethnomedizin?


Ausbildung zum Schamanen

Anderswelten: Das Ahnenreich Symbol des Schamanen, der Schamanin: Die sich berührenden Welten. Schamanische Heilmittelherstellung: Die Mistel Sonnenaufgang - Balken oben

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Sonnenaufgang auf der Erde: Balken oben. Sonnenaufgang auf der Erde: Balken oben.

Indianerpfad




Ethnomedizin - Die Medizin der Naturvölker