Indianerpfad

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Häufig bekomme  ich per Mail Fragen zu Ethnomedizin und Schamanismus, Naturspiritualität und Medizin.

Fragen und Antworten, die von allgemeinem Interesse sein könnten, finden hier ihren Platz.


Themen:

Du bist kein Indianer - wieso Indianerpfad?

Darf ein Schamane Geld verdienen?

Ausbildung zur Schwitzhüttenmedizin.


Du bist kein Indianer - wieso Indianerpfad?

Hallo,
Ich war auf deiner Homepage und fand sie zum Teil recht interessant.
Was mich  jedoch völlig nervt, ist der Name ‚Indianerpfad’.
Du bist kein Indianer. Wie willst du da auf einem indianischen Pfad Leute führen?
Ich find’s anmaßend.
D.
Antwort

Lieber D.,
der Name ‚Indianerpfad’ war irgendwann mal da.
Ich war auf Visionssuche im Aufstieg auf einen Berg in den Alpen und auf einem schmalen Pfad unterwegs. Es war eigentlich ein Wildwechsel, der früher auch von Schmugglern und Wilderern benutzt wurde und heute vom Jäger.
Hirsche und Gemsen gingen den Weg, und ein paar Menschen: Es war ein Indianerpfad.

Ich lebte die Visionssuche auch mit diesem Begriff und seiner Stimmigkeit...

Was ist: Indianer?
Columbus suchte eigentlich einen kurzen Seeweg nach Indien, als er Amerika (für die Weissen) entdeckte. Aufgrund seiner Navigation nach Sonne und Gestirnen war ihm klar, dass dies nicht Indien war. Kontakte mit der Urbevölkerung bestätigten dies. Der Begriff ‚Indianer’ kommt also nicht davon, dass Columbus dachte, er sei in Indien.
Die Begriffsdefinition geht auf einen Geistlichen an Bord zurück, der die Unbeschwertheit und starke Verbundenheit der Stämme mit der Schöpfung beobachtete...
Er sagte berührt: Sie sind ‚In Dio’: In Gott.
Seitdem werden die nativen Völker ‚Indios’ bezeichnet. Auf deutsch: Indianer.

Indianer ist für mich also kein rassischer oder ethnischer Begriff, sondern eine Möglichkeit.

Es ist die Möglichkeit, sich selbst authentisch als Teil der göttlichen Schöpfung zu leben: In Dio.
Und dazu braucht es keine Religion und keine Priester.
Auch keine Führung von mir.
Es ist Alles da.
Es ist eine Frage des Hinschauens und des Bewußtseins.
Dies begleite ich, wenn ich darf, auf dem Indianerpfad.

Liebe Grüße,
C.

PS: Ich hoffe, deinen Nerven geht es jetzt besser.



Darf ein Medizinmann/Schamane für seine Arbeit Geld nehmen?

guten abend
ich bin auf ihre internetpräsenz gestossen. ich finde es wirklich toll das sie dies uralte wissen weitergeben wollen bzw. menschen helfen wollen!
nur eines macht sie für mich total unseriös. sie VERLANGEN (in dem fall geld). das würde ein ECHTER schamanen nie tun!!!!! er nimmt jediglich dinge an, die ihm FREIWILLIG gegeben worden sind!. früher war das tabak, fleisch usw...
es war eine geste der höflichkeit. doch was sie da betreiben ist meines erachtens MISSBRAUCH.
ein schamane wird man nicht sondern ist dazu BERUFEN. ohne jedigliches eigenes interesse. er ist dazu auserwählt menschen zu helfen aufgrund seiner gabe, nicht sich dadurch finanziell zu bereichern!
denken sie darüber bitte nach. ein schamane handelt zum wohle seiner gemeinschaft/mitmenschen nicht aus eigensinnigen interesse!
indem sie wissen vermarkten! wissen das ihnen zu teil wurde sollten sie als geschenk betrachten und sich nicht daran bereichern. Aber als schamane müssten sie eigentlich wisse: das GIER der falsche weg ist!
falls ich sie missverstanden haben sollte, so würde ich mich um eine antwort freuen. und vielleicht auch über einen erfahrungsaustausch!
der grosse geist sei mit ihnen!
lg a.

Antwort

Lieber A.,
eigentlich antworte ich nicht mehr auf diese Art von Mails, weil es einfach nervt.
Ich kann nur sagen: Denk mal ein Stück weiter.

Die Zivilisationskrankheiten unserer Gesellschaft sind oft seelisch bedingt. Und da mit dem Druidentum unser Schamanismus ausgerottet wurde, lebt diese Kultur seit über 1.500 Jahren seelisch unbehandelt. Schamanismus ist in unserer Gesellschaft dringend notwendig. Dazu gehört auch das Wirken von Medizinleuten, die in Ritualen z.B. Übergangsriten (Pubertät,...) begleiten.
Wenn du dir unsere Gesellschaft anschaust wird klar, dass das Fehlen derartiger Arbeit viele negative Folgen hat.

Und wie, glaubst du, soll ein Schamane oder eine Medizinfrau in dieser Gesellschaft leben und arbeiten, wenn für seine Arbeit ein Tauschhandel gelten soll?

Willkommen in dieser gesellschaftlichen Realität! Meinst du, jemand, den ich jetzt begleite, wird kommen, wenn ich 82 Jahre alt bin und ein neues Gebiss brauche? Soll ich meinen Vermieter mit Hirschfellen bezahlen?

Vergiss es.
Dich bewegt, glaube ich, ein moralischer Aspekt in diesem Thema.
Die Werte, die du als verbindlich ansiehst, gehören aber in eine andere Kultur, sind dort in jedem Menschen verankert.
Mit unserer Kultur ist dies nicht kompatibel. Es geht letzlich auch nicht darum, eine fremde Kultur nachzuäffen.

Und noch etwas:
Wenn ich jemanden bei seiner Gesundung begleiten darf, sagen wir mal von Krebs, und dieser Mensch befreit sich von seiner Krankheit, dann 'kostet' ihn das, wenn er dazu einige Seminare und Einzelarbeit braucht, vielleicht 400 Euro. Manchmal ist es auch mit einer Sitzung schon getan. Kinder werden grundsätzlich umsonst behandelt und es gilt der Grundsatz das zu zahlen, was man 'erjagen' könnte.

Im Vergleich zur Ethnomedizin kostet eine Chemotherapie und Bestrahlungen, Krankenhaus etc. leicht 120.000 Euro. Beim Medizinmann muss seine Arbeit natürlich viel viel schneller gehen, sofort erfolgreich sein, wundertätig fast.
Und das bitte umsonst.

Vergiss es. Das funktioniert so nicht.
Wenn du native Kulturwerte hier so beachtet wissen willst, musst du bereit sein auf das Wirken von Schamanen und Medizinleuten in unserem Land zu verzichten.

Wenn man zu einer Medizin berufen wird beginnt ein langes Lernen und Dienen.
Grundlage für alle Medizin sind die schamanischen Tugenden, die du auch auf meiner Homepage findest.
Eine hiervon heißt: Bescheidenheit.
Dies bezieht sich auf das Auftreten im allgemeinen, aber auch auf das, was man in seiner Berufung ver-dient. Wer mich und meinen Lebensstil kennt, weiß, dass ich nicht die Eurozeichen in den Pupillen habe und recht bescheiden lebe. Ich hab noch nicht mal ein Auto.

Bitte überdenke deinen Standpunkt.


C.

Anfrage zur Ausbildung als Schwitzhüttenleiter/In

Email von M.:

Hallo Christian,
auf der Suche nach einer Ausbildung zur Schwitzhüttenleiterin bin ich auf deine Seite gestoßen, die ich super interessant finde. Ich bin Heilpraktikerin und arbeite vorwiegend mit Chakra-Meditationen und Reiki-Behandlungen. Aber auch in Teilen der klassischen Naturheilkunde bin ich ausgebildet. Nun trage ich mich seit einiger Zeit mit dem Gedanken, eine Ausbildung zur Schwitzhüttenleiterin zu machen. Kann man eine solche Ausbildung einzeln bei dir buchen? Wenn ja, in welchem Umfang würde diese Ausbildung dann laufen. Oder kann man nur die komplette Schamanische Ausbildung buchen? Und um wieviele WE's handelt es sich dabei?
Über eine baldige Antwort würde ich mich total freuen.
Bis dahin alles liebe
M.

Anwort:
Hallo M.,
Danke für deine Mail und dein Interesse an der Ethnomedizin.
Die Schwitzhütte ist ein faszinierendes (auch) therapeutisches 'Werkzeug' - in den richtigen Händen.
Es sollte viel mehr in unserem Land geben.

Aber wie ausbilden?
Der/die LeiterIn eines Inipis ist ein Medizinmann oder eine Medizinfrau, der/die mit dieser Medizin arbeiten darf (und soll). Hierzu wird man berufen...

Ich darf die Grundlagen und Werkzeuge schamanischer Arbeit weitergeben (School I-VIII), aber wer aus diesen Kreisen dann zur Schwitzhüttenleitung auserwählt wird oder dazu bestimmt wird...

Zu den Eigenheiten der Schwitzhüttenmedizin gehört es, dass man z.B. keine Ausbildungsreihe dafür anbieten kann, da es so nicht 'funktionieren' würde. Da würden dann Menschen sitzen, zu denen die Medizin wohl nie kommen würde und die dann im besten Fall spirituelle Saunen moderieren würden.

Wenn aber aus den Kreisen der School diese Medizin anklopft, unterstütze ich dies gerne mit Teachings und entsprechenden Plätzen in der Schwitzhütte.

Was man selbst fuer diesen Weg tun kann, ist:
- sich auf den naturspirituellen Pfaden bewegen
- in möglichst viele Schwitzhütten gehen
- schamanisches Reisen lernen
- und den naturspirituellen Hintergrund kennenlernen.

Es gibt unglaublich viele verschiedene Arten, Schwitzhütten zu geben:
Religiöse: Hier steht 'der richtige Ablauf' im Vordergrund. Es wird zelebriert.
Kultur-Traditionelle: Es wird sehr viel Wert auf Traditionen gelegt. (Je heißer umso besser...)
Spirituelle: Achtet die spirituelle Tradition, ohne (zwangsläufig) den kulturellen Traditionen (z.B. der Sioux) zu folgen.
Therapeutische: Arbeitet mit therapeutischen Wirkungen auf der Basis spiritueller Traditionen.

Beim Indianerpfad arbeiten wir spirituell fundiert und (auch selbst)-therapeutisch ausgerichtet.
Dabei spielen z.B. auch die einzelnen Plätze in der Schwitzhütte eine wichtige Rolle: Wer sitzt wo?

Vielleicht magst du ja einfach mal zu einem Basisseminar kommen. So könntest du schauen, ob dieser Weg und ich als Lehrer etwas für dich sind.

Sonnige Gruesse,
Christian Vogel
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